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Aktuell  06.09.2017 (Archiv)

1000 Euro für Bank-PINs

Britische Gangs werben über Online-Anzeigen die Mitarbeiter des nationalen Postdienstes Royal Mail an, gezielt Briefe, die Bankkarten oder PINs enthalten, abzufangen.

Bis zu 1.000 Pfund (etwa 1.086 Euro) werden geboten. Allein im Jahr 2016 sollen rund 11.000 Briten Opfer dieses Systems geworden sein. Nun hat ein BBC-Journalist in einem Selbstexperiment versucht, Kontakt zu den Betrügern aufzunehmen. Er antwortete auf eine Online-Anzeige, in der bis zu 1000 Pfund pro Woche für das Abfangen von Briefen angeboten wurde. Die Betrüger erklärten ihm in einem Gespräch, dass es zudem besonders wichtig sei, pro Person zwei Briefe abzufangen. Zunächst zugesandte Karten von Bank- und Kreditinstituten und dann auch separate Briefe mit den PINs. Alles soll nach erfolgreichem Abfangen anschließend den Kriminellen übermittelt werden. Danach würde eine Entlohnung überwiesen.

Einer der Kriminellen erzählt dem Reporter zudem, dass seine Gang bereits seit 30 Jahren immer wieder gezielt Mitarbeiter angeworben und Briefe aus dem Verkehr gezogen hätte. Die Royal Mail selbst will derzeit keine Angaben machen, wie viele Mitarbeiter seit der Privatisierung iim Jahr 2013 wegen Diebstahls von Briefen rechtlich belangt worden sind. Zwischen 2007 und 2011 waren es jedoch bereits 1.759 Angestellte, die Sendungen unterschlagen hatten.

Daten von UK Finance zeigen, dass es 2016 ganze 11.377 Fälle gegeben hat, in denen Karten nicht beim Empfänger angekommen sind. 'Wir haben einen sehr guten Draht zur Royal Mail und helfen ihnen, diese Gangs anzuvisieren, und wir haben in letzter Zeit Erfolge einfahren können', so Katy Worobec von UK Finance. 'Die große Mehrheit unserer Zusteller tut alles, um die Postsendungen zu schützen und sicher auszuliefern. Die Sicherheit der Post ist für die Royal Mail von allerhöchster Wichtigkeit. Wir verfolgen jeden, von dem wir glauben, dass er eine Straftat begangen hat', beteuert die Royal Mail.

pte/red

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#Betrug #Kriminalität #PIN #Banken #Sicherheit



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