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Banken  03.04.2019 (Archiv)

NBD kauft Denizbank

Die Bank Emirates NBD spart bei der Übernahme der türkischen DenizBank etwa 230 Mio. Euro. Grund dafür ist der Verfall der türkischen Lira, wie 'Bloomberg' berichtet.

Momentan befindet sich die DenizBank im Besitz der russischen Sberbank, die sie 2012 für rund drei Mrd. Euro gekauft hat. Der Deal zwischen der zweitgrößten Bank der Vereinigten Arabischen Emirate und der größten Bank Russlands wurde im Mai vergangenen Jahres beschlossen. Dabei wurden 14,6 Mrd. Lira (2,7 Mrd. Euro) als Preis festgelegt. Heute liegt der Preis bei 15,48 Mrd. Lira, was nach den Wechselkursen 2,47 Mrd. Euro entspricht.

Die Denizbank passe sehr gut ins Portfolio der Emirates NBD, meint Wolfgang Gerke, Präsident des Bayerischen Finanz Zentrums, im Gespräch mit pressetext. Die Türkei biete einen großen, attraktiven Markt, trotz der wirtschaftlichen Schwierigkeiten. 'Der türkische Markt ist ein Zukunftsmarkt, das ist also eine völlig naheliegende Investition', so Gerke. Der Preis sei sehr vorteilhaft, aber auch die relative kulturelle Nähe sei ein starkes Argument.

Für Investoren aus dem arabischen Raum ist die Türkei attraktiv, weil die Bevölkerung von 80 Mio. Menschen mangelhaften Zugang zu Bank-Diensten hat. Diese Dynamik besteht im arabischen Raum nicht, es gibt nur wenige Expansionsmöglichkeiten. Laut Hirscham Abdullah al-Kassim, Vizepräsident der Emirates NBD, soll mit dem Kauf die Position in der Region Nahost, Nordafrika und Türkei ausgebaut werden. Emirates NBD hatte Ende Dezember 2018 einen Vermögenswert von etwa 120 Mrd. Euro, die DenizBank hatte einen Wert von etwa 33 Mrd. Euro. Durch den bevorstehenden Erwerb sind die Aktien der Emirates NBD auf den höchsten Stand seit elf Jahren gesprungen.

Die Türkei kämpft mit der ersten Rezession seit zehn Jahren. Finanzielle Institutionen haben Schulden im Ausland. Die Lira hat seit Mai 2018 auf den Dollar 17 Prozent an Wert verloren. Dadurch ist die Inflation auf fast 20 Prozent gestiegen. Gerke zufolge ändert sich für die Türkei nicht viel. 'Der Nachteil ist, man hätte in der Türkei gerne einen nationalen Champion, was momentan nicht gegeben ist. Bei Besitzern im Ausland gibt es wenig Einflussmöglichkeiten für den Staat, aber das war vorher auch nur beschränkt der Fall', erläutert Gerke abschließend.

pte/red

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#Banken #Übernahme #Türkei



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