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Banken  20.02.2022

Private Equity statt Investment

Die größten Private-Equity-Firmen haben 2021 mehr als doppelt so viel Geld für die Vergütung von Mitarbeitern vorgesehen wie führende Investmentbanken, berichtet die 'Financial Times' (FT).

Das unterstreiche, wie sich Geld und Macht an der Wall Street hin zu den weniger regulierten Vermögensverwaltern verlagere. Bei manchen Firmen waren 2021 über zwei Mio. Dollar pro Mitarbeiter vorgesehen.

Bei den Private-Equity-Firmen Blackstone, KKR und Carlyle Group waren laut FT-Berechnungen 2021 jeweils über zwei Mio. Dollar pro Mitarbeiter für Gehälter und zusätzliche Leistungen vorgesehen. Bei den Top-5-Vermögensverwaltern waren es insgesamt 23,2 Mrd. Dollar für rund 11.700 Mitarbeiter. Da konnten Investmentbanken nicht mithalten. So hatte Goldman Sachs nur 18 Mrd. Dollar für die Vergütung von 43.900 Dienstnehmern vorgesehen, also etwa 400.000 Dollar pro Person. Selbst bei Evercore Partners, dem Spitzenreiter aus dem Bankensegment, waren nur etwa 950.000 Dollar pro Mitarbeiter für Vergütungen veranschlagt.

Allerdings entfällt rund die Hälfte der für Private-Equity-Mitarbeiter vorgesehenen Vergütungen auf nicht realisierten Carried Interest aus nicht verkauften Investments zum aktuellen Wert. Das tatsächlich ausbezahlte Einkommen liegt also zunächst deutlich niedriger. Was Carried Interest letztendlich wirklich bringt, ist von künftigen Verkäufen abhängig und kann mit der Wertentwicklung stark schwanken. Zwar enthält auch die Vergütung von Investmentbankern aufgeschobene Boni, doch diese können nur in Ausnahmefällen zurückgefordert werden.

'Die Höhe der Einnahmen und potenziellen Vergütungen bei Private-Equity-Firmen stellt die Banken in den Schatten', urteilt jedenfalls Alan Johnson, Leiter der Vergütungsberatung Johnson Associates. Die Landschaft der Finanzbranche hat sich ihm zufolge völlig verändert gegenüber der Situation vor fünf oder zehn Jahren, als noch die Banken als an der Spitze des Haufens stehend wahrgenommen wurden.

pte/red

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